Geschenk an arbeitnehmer über 60 euro
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Geschenk an arbeitnehmer über 60 euro

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Geschenke über 60 Euro: Wann wird es kompliziert?

Die gute Nachricht zuerst: Du darfst deinen Mitarbeitern jederzeit Geschenke machen. Das ist keine Frage des Gesetzes, sondern eher eine Frage der korrekten Verbuchung und Besteuerung. Die 60-Euro-Marke ist oft im Kopf präsent, weil es da bestimmte steuerliche Vereinfachungen gibt, gerade bei Aufmerksamkeiten. Doch sobald du diesen Betrag bewusst überschreitest, ändert sich die Behandlung für das Finanzamt. Du musst dann wissen, wie du das Geschenk richtig behandelst, damit dein Mitarbeiter nicht draufzahlen muss und du keine Probleme bekommst.

Der Unterschied zwischen Aufmerksamkeit und Zuwendung

Für das Finanzamt ist die Unterscheidung wichtig. Eine „geringwertige Aufmerksamkeit“ ist oft pauschal oder bis zu einer bestimmten Grenze steuerfrei. Ein Geschenk an arbeitnehmer über 60 euro ist in der Regel keine solche geringwertige Aufmerksamkeit mehr. Es fällt dann meist unter zwei Hauptkategorien:

• Gelegenheit: Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen. Hier gibt es oft noch gewisse Freibeträge oder Pauschalierungen, die du nutzen kannst.

• Persönliches Dankeschön/Incentive: Wenn es einfach nur ein „Danke“ ist, ohne einen klaren Anlass im Jahreslauf, gilt es meist als normaler Arbeitslohn.

Wenn du also bewusst einen höheren Wert wählst, musst du es meist als Lohn behandeln, was bedeutet, dass es der vollen Lohnsteuer und den Sozialabgaben unterliegt. Das ist der Punkt, an dem viele zögern.

Praktische Wege für Geschenke über der 60-Euro-Grenze

Du möchtest etwas wirklich Wertvolles schenken, ohne dass dein Mitarbeiter am Ende einen Teil davon versteuern muss? Dann musst du die richtigen Werkzeuge nutzen. Es gibt legale Wege, wie du einen höheren Wert schenken kannst, der für den Mitarbeiter steuerfrei bleibt. Das ist oft das Ziel, wenn man ein wirklich großzügiges Dankeschön aussprechen möchte.

Der steuerfreie Sachbezug – Die 50-Euro-Grenze im Blick

Viele denken, die Grenze liegt bei 60 Euro. Die aktuelle Grenze für den steuerfreien Sachbezug liegt jedoch bei 50 Euro pro Monat. Das ist wichtig, wenn du regelmäßig etwas schenkst, zum Beispiel einen Gutschein. Fällt dein Geschenk an arbeitnehmer über 60 euro einmalig an, ist die Anwendung der 50-Euro-Regel oft nicht zielführend, da es sich um eine einmalige Zuwendung handelt. Aber es gibt Ausnahmen, die wir uns genauer ansehen müssen.

VIDEO: Geschenke an Mitarbeiter und Geschftspartner Achten Sie auf diese Steuerfallen

Pflichtlektüre

Verstehe Geschenk an arbeitnehmer über 60 euro besser durch diese Sammlung von Artikeln.

Geschenke an Mitarbeiter über 60 Euro – § 37b EstG – Probonio Blog

Die Zuwendung anlässlich eines besonderen Ereignisses

Hier wird es interessant für dein höheres Geschenk. Bei besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Geburten oder runden Geburtstagen (z.B. 50. Geburtstag des Mitarbeiters) gibt es oft großzügigere Freibeträge für Geschenke. Diese sind zwar nicht immer direkt an einen festen Euro-Betrag gekoppelt, aber sie erlauben oft Zuwendungen, die deutlich über den üblichen 60 Euro liegen, solange sie dem Anlass angemessen sind.

Tipp: Wenn du ein rundes Firmenjubiläum feierst, kannst du oft höhere Beträge als Geschenk an arbeitnehmer über 60 euro steuerfrei zuwenden, wenn es sich um eine echte Ehrung handelt. Prüfe hier genau die Richtlinien für Jubiläumszuwendungen.

Die Pauschalbesteuerung nutzen: Dein einfachster Weg

Du möchtest einen Gutschein oder einen hochwertigen Artikel schenken, der definitiv über 60 Euro kostet? Der Königsweg, um das Geschenk für den Mitarbeiter komplett steuerfrei zu halten, ist die Pauschalbesteuerung. Das bedeutet, du übernimmst die Lohnsteuer für den Mitarbeiter.

Wie funktioniert das? Du schenkst den Gutschein oder den Gegenstand und rechnest die darauf anfallende Lohnsteuer selbst ab. Dafür musst du pauschal 30 Prozent Lohnsteuer auf den Wert des Geschenks aufschlagen (plus ggf. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Wenn du das machst, gilt das Geschenk für den Mitarbeiter als steuerfrei.

Beispiel: Du schenkst deinem Mitarbeiter einen Gutschein im Wert von 100 Euro. Du berechnest 30% Pauschalsteuer (30 Euro). Du zahlst diese 30 Euro an das Finanzamt. Dein Mitarbeiter freut sich über die vollen 100 Euro, ohne Abzüge.

Dies ist oft die beste Lösung für ein großzügiges Geschenk an arbeitnehmer über 60 euro, da die Handhabung für den Beschenkten am einfachsten ist.

Geldgeschenke vs. Sachleistungen: Was ist besser?

Die Frage nach dem „Was“ ist fast so wichtig wie die Frage nach dem „Wie“. Soll es ein Umschlag mit Bargeld sein, oder doch ein schöner Gegenstand?

Bargeld: Immer Arbeitslohn

Ein direkter Geldzufluss ist immer als Arbeitslohn zu werten. Egal ob es 60 Euro oder 600 Euro sind. Sobald du Bargeld schenkst, muss der Mitarbeiter darauf Lohnsteuer zahlen und es unterliegt den Sozialabgaben. Das nagt am Wert des Geschenks. Wenn dein Ziel ist, dass der Mitarbeiter den vollen Wert spürt, ist Bargeld selten die beste Wahl.

Sinnvolle Sachleistungen, die Freude machen

Sachleistungen bieten mehr Flexibilität bei der steuerlichen Behandlung. Denk an Gutscheine für bestimmte Erlebnisse oder hochwertige Produkte, die zum Team passen. Wenn du die Pauschalbesteuerung anwendest, sind diese Sachleistungen ideal.

Worauf solltest du achten, wenn du ein Geschenk an arbeitnehmer über 60 euro wählst?

• Persönlicher Bezug: Wähle etwas, das wirklich zur Person passt. Ein Buchliebhaber freut sich über ein signiertes Buch mehr als über einen Standard-Warengutschein.

• Anlassbezug: Wenn es ein Jubiläum ist, wähle einen Gegenstand, der diesen Meilenstein symbolisiert – vielleicht eine hochwertige Uhr oder ein Erlebniswochenende.

• Unternehmenszugehörigkeit: Vermeide Geschenke, die zu stark mit deiner Firma in Verbindung stehen (z.B. nur mit Logo bedruckte, teure Artikel), da dies die Grenze zur Werbung verwischen kann.

Die Rolle der betrieblichen Übung

Achtung, das ist ein wichtiger Punkt, wenn du öfter mal Geschenke verteilst. Wenn du regelmäßig (zum Beispiel jedes Jahr zu Weihnachten) Geschenke in gleicher Höhe verteilst, kann das zur sogenannten „betrieblichen Übung“ werden. Das bedeutet, die Mitarbeiter haben einen Rechtsanspruch darauf. Wenn du also plötzlich beschließt, das Weihnachtsgeschenk von 80 Euro auf 20 Euro zu kürzen, kann das zu Unmut führen, weil die Mitarbeiter diesen Betrag als festen Bestandteil sehen.

Wenn du also ein wirklich tolles Geschenk an arbeitnehmer über 60 euro verteilst, sei dir bewusst, dass du möglicherweise einen neuen Standard setzt. Kommuniziere klar, dass es sich um eine einmalige Sonderzuwendung handelt, um keine zukünftigen Erwartungen zu wecken.

So vermeidest du unnötigen Verwaltungsaufwand

Die Angst vor Papierkram hält viele davon ab, großzügig zu sein. Glücklicherweise gibt es klare Prozesse, die du befolgen kannst.

Dokumentation ist dein bester Freund

Egal, welchen Weg du wählst: Du musst den Vorgang sauber dokumentieren. Halte fest, warum du das Geschenk gegeben hast (Anlass), welchen Wert es hatte und wie es steuerlich behandelt wurde.

Wenn du die Pauschalbesteuerung anwendest, muss dies auf der Lohnsteueranmeldung oder der Lohnabrechnung korrekt ausgewiesen werden. Dein Steuerberater hilft dir hierbei, aber du selbst musst die Entscheidung treffen, diese Methode anzuwenden.

Wann sollte man lieber den Steuerberater fragen?

Sobald dein Geschenk an arbeitnehmer über 60 euro hinausgeht und du keine Pauschalbesteuerung anwenden möchtest (weil du möchtest, dass es vollkommen außerhalb des Lohns behandelt wird, was oft nur bei extrem engen Anlässen klappt), wird es kompliziert. Hier können die Grenzen zwischen Geschenk und sofort versteuerbarem Arbeitslohn sehr dünn sein. Bei Zuwendungen im hohen dreistelligen Bereich oder sogar vierstelligen Bereich solltest du immer vorher eine klare Absprache mit deinem Steuerberater treffen, um sicherzustellen, dass du alle Eventualitäten abgedeckt hast.

Häufig gestellte fragen

ist ein gutschein über 100 euro immer steuerpflichtig?

Grundsätzlich ja, ein einfacher Gutschein über 100 Euro ist Arbeitslohn und muss versteuert werden, wenn keine besonderen Umstände vorliegen. Du kannst ihn aber pauschal mit 30 Prozent versteuern, sodass der Mitarbeiter ihn netto erhält. Ohne diese Pauschalbesteuerung fällt er in die normale Lohnsteuerklasse des Mitarbeiters.

darf ich meine mitarbeiter zu weihnachten teurer beschenken?

Ja, das darfst du. Weihnachtsgeschenke haben oft einen eigenen Rahmen. Es gibt Freibeträge für solche Zuwendungen, aber wenn dein Geschenk an arbeitnehmer über 60 euro liegt, solltest du prüfen, ob es sich um eine Sachleistung handelt, die pauschal versteuert werden kann. Geldgeschenke sind hier wie immer immer voll steuerpflichtig.

wie vermeide ich, dass mein geschenk eine betriebliche übung wird?

Das verhinderst du durch klare Kommunikation und Varianz. Wenn du ein sehr hochwertiges Geschenk als einmalige Prämie für ein besonderes Projekt gibst, kommuniziere dies explizit als solche. Vermeide es, jedes Jahr exakt den gleichen Wert für dasselbe Ereignis zu schenken. Ein wenig Abwechslung im Wert oder der Art des Geschenks hilft, keinen automatischen Anspruch zu erzeugen.